Institutioneller Rahmen

Die Realisierung intelligenter und multifunktioneller Infrastruktursysteme setzt die Auseinandersetzung mit dem institutionellen Rahmen der Wasserver- und Abwasserentsorgung voraus. Als Institutionen werden in diesem Zusammenhang bestimmte Handlungsmuster bzw. Regelmäßigkeiten der Interaktion von Akteuren verstanden. Hierunter fallen sowohl formale Regeln in Form von Gesetzen, technischen Standards, usw., wie auch informelle Regeln im Sinne von bestimmten sozialen Umgangsformen. Die Art und Weise, wie solche Institutionen sich entwickeln, korreliert stark mit dem Wissen der handelnden Akteure. Vor diesem Hintergrund ist zu fragen, inwieweit ein Institutionenwandel mit neuartigen Infrastrukturlösungen einhergeht bzw. einhergehen muss und welcher Voraussetzungen es dafür bedarf.

Unter anderem die folgenden Fragen sind relevant:

  • Inwieweit berühren intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme das Selbstverständnis, die Kompetenzen und die Gestaltungsmöglichkeiten der handelnden Akteure (Staat, Kommunen, Aufgabenträger, Grundstückseigentümer usw.) und welche Anpassungen erscheinen erforderlich (etwa Organisationsmodelle oder Geschäftsmodelle)?
  • Welche neuen Akteure treten ggf. hinzu und verändern auf diese Weise den institutionellen Rahmen?
  • Welchen Einfluss haben neuartige Lösungen auf Leistung und Gewährleistung z.B. von Qualität, Kontinuität oder Preiswürdigkeit der Ver- und Entsorgung?
  • Welche Möglichkeiten eröffnet der bestehende Rechtsrahmen und welche Änderungen sind notwendig? Sind neuartige Infrastrukturlösungen passfähig mit dem vorhandenen Gebühren- und Abgabenrecht?
  • Wie lassen sich die Veränderungen im institutionellen Rahmen theoretisch fassen (etwa Institutionenökonomie, Akteurszentrierter Institutionalismus usw.)

Dokumente

Kontakt

Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
Theodor-Heuss-Allee 17 | 53773 Hennef

Dr.-Ing. Christian Wilhelm
Tel.: +49 2242 872 165
wilhelm@dwa.de

www.dwa.de