Hygieneparameter & chemische Spurenstoffe

Bei der Reinigung von Abwasser ist die Elimination krankheitsauslösender Viren und Bakterien, sowie die Entfernung von anthropogenen Spurenstoffen (z.B. Arzneimittelrückständen) ein zunehmend wichtiger Aspekt (4. Reinigungsstufe). Die Kläranlage als end-of-pipe Technologie ist dabei die letzte Barriere vor der Einleitung ins Gewässer. Auch bei semi- und dezentralen Lösungen und insbesondere bei der (bedarfsgerechten) Abwasseraufbereitung müssen diese Gesundheits- und Umweltaspekte berücksichtigt werden. Pathogene Bakterien und besonders Viren, die bereits in wesentlich geringeren Konzentrationen krankheitsauslösend sind, dürfen nicht in Wasserströme gelangen, die Menschen bei deren Nutzung gefährden. Persistente Spurenstoffe, die sich bei der Kreislaufführung anreichern können, sollten nicht unbehandelt in die Umwelt entlassen werden. Hier ergeben sich Anknüpfungspunkte zu der gleichfalls im Rahmen von NaWaM laufenden Fördermaßnahme RiSKWa (Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf.

Unter anderem stellen sich die folgenden Fragen:

  • Sind die hygienischen Aspekte der Wiederverwendungs- und Aufbereitungstechnologien bei dezentralen und semizentralen Lösungen ausreichend berücksichtigt?
  • Sind anthropogene Spurenstoffe überhaupt problematisch? Wie sind die gegenwärtigen Vorgaben und Grenzwerte? Was ist die Perspektive?
  • Wie und zu welchen Kosten lassen sich relevante Pathogene und anthropogene Spurenstoffe monitoren? Welche sind überhaupt relevant? Wer trägt die Kosten?
  • Welche analytischen und methodischen Probleme ergeben sich beim Nachweis von Pathogenen und Spurenstoffen in Umweltproben?
  • Welche Schutz- oder Warnsysteme können vorgesehen werden?
  • Ist der Gewässerschutz ausreichend berücksichtigt?

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Kontakt

Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
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Tel.: +49 2242 872 165
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